Alltag und Krieg in „vergessenen“ Tagebüchern von Kindern und Jugendlichen
Wieso werden Augenzeugen- und Erlebnisberichte von Kindern und Jugendlichen über Krieg, Verfolgung, Gefangenschaft und sogar Mord bis auf wenige Ausnahmen sowenig ernst genommen? Nur weil Menschen jung sind, sind sie doch nicht dumm oder unzuverlässige Beobachter. Wolf Peterson stellt wichtige Texte von Kindern und Jugendlichen vor und analysiert den zögerlichen Umgang mit diesen Selbstzeugnissen Heranwachsender in Gesellschaft, Politik und im Literaturbetrieb. Positive Beispiele aus der Geschichtswissenschaft zeigen, wie eine kritische, sinnvolle Rezeption dieser Quellen gelingen kann.
Wann und wo?
15. Mai 2026
16 bis 17 Uhr
KunstSozialRaum Brunnenpassage
Brunnengasse 71/Yppenplatz, 1160 Wien
* Anne Moody nach dem am heftigsten von weißen Rassisten – mit Unterstützung der Polizei – angegriffenen Sit-in in Jackson/Mississippi am 28. Mai 1963 im örtlichen Kaufhaus Woolworth (Anne Moody: Erwachen in Mississippi, S. 265).
Erklärung zu Sit-in
Ein Sit-in ist eine friedliche Versammlung von Menschen um an einem vorher gemeinsam festgelegten Ort für ihre Anliegen einzutreten. Dies kann für Frieden und Abrüstung, für Gleichbehandlung von Menschen oder die Beteiligung an Demokratie und Gesellschaft sowie für den Natur- und Umweltschutz sein.
Bei diesem Sit-in im Woolworth in Jackson/Mississippi traten sie und zwei ihrer Kommilitoninnen sowie ihr Soziologieprofessor für die Bedienung in den nur Weißen vorbehaltenen Räumlichkeiten ein. Einer ihrer Mitstreiter wurde dabei schwerst am Kopf verletzt. (Zinn Education Projekt: https://www.zinnedproject.org/news/tdih/jackson-woolworth-sit-in/ [14.02.2026]).